Sonntag, 24. November 2013

Paid Content – Alles umsonst oder Qualität hat ihren Preis?

von Petra Wengler, Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Halle

Im Wandel der Zeit

Das waren noch Zeiten, als der einzige Weg, um an aktuelle Informationen zu gelangen, der Weg zum Briefkasten war. Heute sind die Informationen allgegenwärtig. Jedoch mit einem genauen Blick auf die Vielfalt der Angebote im Netz, stellt man schnell fest, dass Inhalte vieler Internetseiten aus anderen Links kopiert sind. Das Internet versorgt uns über Netzmedien, Foren, Blogs etc. – hinzu kommt, dass die passenden Geräte (Smartphones/Tablets) den Zugriff immer und überall ermöglichen. Doch während wir bereit sind, für das neueste Gerät Unsummen zu investieren, wird beim Inhalt erwartet, dass dieser frei verfügbar sein soll. Während niemand auf die Idee kommt, dass die Tageszeitung kostenfrei ist, hat sich über Jahre in den Köpfen festgesetzt, journalistische Inhalte im Netz seien einfach so ohne weiteres abrufbar - schließlich sind wir in eine Welt der „Umsonst- Mentalität“ hineingewachsen.

Medienlandschaft heute

Etwas ratlos wirken daher die Versuche der klassischen Zeitungverlage, in Zeiten sinkender Auflagen der Printmedien und überall kostenfrei verfügbarer Informationen, im Internet Geld zu verdienen. Teilweise bedeutet der Versuch, mit redaktionellen Inhalten Geld zu verdienen, wie Don Quichotte gegen Windmühlen zu laufen. Die Redaktionen der Verlage kämpfen gegen eine unsichtbare Überkraft an, die es ihnen nicht leichter macht. Noch hat sich diese Form - für Qualitätsjournalismus zu bezahlen - nicht durchgesetzt. Eine bittere Pille, die die Zeitung schlucken muss. Durch die „Billig- und Preiswert-Mentalität“ der Menschen werden die Verlagshäuser ständig gezwungen, Kosten zu sparen, unter anderem auch Personalkosten zu sparen. Sogenannte Redaktionspools werden gegründet, um die Redaktionen innerhalb einer Mediengruppe mit Berichterstattungen zu beliefern. Kosten werden gespart, zu Lasten der Nachrichtenvielfalt und -qualität.

Veränderungen in Sicht

Um langfristig Qualitätsjournalismus auch im Internet anbieten zu können, errichten immer mehr Zeitungen in Deutschland auf ihren Websites Paywalls. Unterschieden wird hier zwischen "Metered Model", "harten Bezahlschranken" und „Freemium“. Bei Letztgenanntem entscheidet die Redaktion aktiv, welche Artikel hinter der Bezahlschranke stehen und welche nicht. Bei der Variante "Harte Bezahlschranke" sind sämtliche Beiträge nur gegen Bezahlung lesbar, auch Agenturmeldungen etc. Dem gegenüber steht die "Metered Model"-Idee, bei der User eine begrenzte Anzahl an Artikeln im Monat frei lesen können, bevor sie sich registrieren bzw. bezahlen müssen.

Wie die Bezahlinhalte angeboten werden – ergab eine Befragung-des-Bundesverband-Deutscher- Zeitungsverleger-(BDZV) bei den Verlagen. Mehr als zwei Drittel (70 Prozent) setzt dabei auf das "Freemium Model", fast ein Viertel nutzt die so genannte „Metered Variante“. Wie die Analyse weiter zeigt, haben die Nutzer bei zwei Drittel der Verlage die Wahl zwischen dem Abschluss eines Online-Abos (teilweise in Kombination mit dem E-Paper) oder dem Erwerb eines Tagespasses. Gut 28 Prozent der Zeitungen bieten demnach ausschließlich ein digitales Abo an und bei fünf Prozent besteht nur die Möglichkeit, einzelne Artikel zu kaufen. Voraussetzung für diese erfolgversprechenden Geschäftskonzepte sind wachsende Vertriebsumsätze sowie wachsende Werbeerlöse.

Für eine regionale Tageszeitung gilt: Wenn die Qualität hält was sie verspricht, wird die Bereitschaft der Leser vorhanden sein, dies zu honorieren. Doch Qualitätsjournalismus bedeutet, die Lesegewohnheiten der Leser kennenzulernen sowie die Vorteile der lokalen Berichterstattung zu nutzen, d.h. unter anderem aktuell von kritischen Orten aus zu berichten, wie zum Beispiel über das Hochwasser im Juni dieses Jahres in Sachsen-Anhalt oder aber auch über die neuesten Geschehnisse aus dem Rathaus der Stadt Halle.

Der Knackpunkt, Paid Content umzusetzen, ist die Vermarktung an den Leser. Fakt ist, die Akzeptanz dieses Konzeptes steigt. Dies zeigen bekannte Studien. Jedoch ist nicht zu vergessen, Paid Content ist kein Allheilmittel, da sich kein Zeitungsverlag allein damit finanzieren kann. Ein großer Teil der Verlagsumsätze sind Erlöse aus Werbeeinnahmen. Dies ist jedoch ein anderes Thema und wäre ebenfalls einen Blogeintrag wert.

Quelle:BDZV

Als eine weitere Art, Paid Content zu nutzen, wäre die personalisierte Online-Zeitung vorstellbar. Der Leser hierbei erhält die Möglichkeit, die digitale Artikelauswahl selbst zu bestimmen, d.h. die Interessen der User werden mit dem Produkt abgestimmt. Kurz gesagt: Während Onkel Oskar sich für Weltpolitik und Sport interessiert, und genau diese Themen persönlich für ihn zusammengestellt werden, bekommt Tante Thea den regionalen Teil sowie den Ratgeberteil einschließlich Kreuzworträtsel, der sie fesselt. Natürlich können Textmenge und Anzahl der Seiten der Themenfavourites prozentual beeinflusst werden. Offen bleibt bisher, ob der Aufwand aus technischer und finanzieller Sicht umsetzbar ist.

Fazit

Somit kann man abschließend feststellen: Um in Zukunft guten und unabhängigen Journalismus gewährleisten zu können, muss Qualität ihren Preis haben!

Kommentare:

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