Sonntag, 10. November 2013

PayPals Einfluss auf den Online-Bezahlmarkt und alternative Technologien


von Katja Schaffrath, Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Halle

Frei übersetzt bedeutet PayPal Bezahlfreund - aber ist dieses Unternehmen wirklich ein Freund? PayPal ist eine Tochtergesellschaft des US-Unternehmens ebay mit Hauptsitz in San José. Bereits seit 2004 existiert die deutschsprachige Plattform.

PayPal bietet eine Technologie zur Abwicklung von kleinen- und mittelgroßen Zahlungsvorgängen. Besonders genutzt wird dies beim Ein- und Verkauf im Onlinehandel. Im Anonymisierungsverfahren erhält der Empfänger des Geldbetrages weder den Kontoinhaber noch die Kontodaten des Bezahlers. Zur Nutzung dieses Verfahrens ist ein angelegtes Profil erforderlich. Hierbei wird unterschieden zwischen Privatkonto und Geschäftskonto. Ein E-Mail-Konto und ein selbstgewähltes Passwort ist Voraussetzung. Die Bezahlung sowie die Nutzung des Kontos ist für den Käufer gebührenfrei. Für den Verkäufer ist zwar das Konto selbst ebenfalls kostenlos, allerdings entstehen bei jedem Geldeingang Kosten. Laut neuer AGB (18. November 2013) sind Transaktionen zwischen Privatkunden zukünftig komplett kostenlos. Voraussetzung hierzu ist jedoch ein Guthaben auf dem PayPal-Konto oder die Einbeziehung mittels Bankeinzug. 

Laut internen Angaben der Firma PayPal nutzen derzeit über 20 Millionen Nutzer diese Technologie. Wobei 10 Millionen Konten in den letzten 12 Monaten mindestens ein Mal aktiv waren.

Gehasst und doch Genutzt

PayPal steht in der Kritik. Nach Kundenaussagen auf Golem werden Konten scheinbar grundlos gesperrt, Guthaben nicht ausgezahlt und deutsche Händler zur Einhaltung des US-Embargos gegen Kuba gedrängt. Immer mehr PayPal-Nutzer sind deshalb unzufrieden. Diese Kritik ist dem Unternehmen bewusst. Hierzu räumte der neue PayPal-Chef David Marcus ein Forumsbeitrag bei Hacker News als Antwort auf eine öffentliche Beschwerde ein. 

Vielen Nutzern ist nicht bewusst, welche Kontrolle PayPal über deren Geld hat. Ein PayPal-Konto ist kein Bankkonto. Die Verwaltung geschieht auf Grundlage der AGB's der Firma. Und nur den wenigsten Nutzern sind auch die Inhalte der AGB bekannt.  So steht dort zum Beispiel geschrieben, dass PayPal Konten sperren oder das Geld wochenlang vorhalten darf. Bei einer Insolvenz wäre der Verbleib des eigenen Guthabens fraglich.

Aber existieren Ausweichvarianten. So findet man z. B. unter folgendem Link fünf Alternativen zu PayPal, deren Bekanntheitsgrad allerdings noch vergleichsweise gering ist. 

Klassische Bezahlvarianten wären die Überweisung, Lastschriftverfahren oder die Zahlung per Rechnung. Doch ist hierbei die Gefahr der Nichtbezahlung bzw. Nichtlieferung zu groß. Des Weiteren spielt die Dauer der Abwicklung eine große Rolle. Je schneller die Bezahlung, desto schneller hält man das ersehnte Paar Schuhe in der Hand. Mit der Zeit werden Spontankäufe immer beliebter. Eine Statistik hat ergeben, dass 63 % der Befragten zu Spontankäufen neigen. Aus diesem Grund scheuen sich Online-Händler immer mehr, die klassischen Verfahren überhaupt noch anzubieten.

Auswirkungen auf den Online-Bezahlmarkt

PayPal wird immer mächtiger und ist somit auf dem Weg zum Monopolisten. Weite Teile des Sektors konnte bereits in eine Monokultur umgewandelt werden. Erst vor kurzer Zeit hat die eBay-Tochter sich um den US-Payment-Provider Braintree erweitert. Somit erfolgte ein Ausbau in den Richtungen Mobile-Payment (Bezahlvorgänge mittels z. B. Mobilfunktelefon) und Abo-Commerce (Anmeldung im Shopping-Club). 

Mobile-Payment (auch M-Payment) 

Bezeichnet Bezahlvorgänge, bei denen mindestens ein Beteiligter ein mobiles elektronischen Gerät einsetzt. Bei Mobiltelefonen wird dies als Handy-Payment bezeichnet. Das Bezahlen von zum Beispiel Parktickets oder Busfahrkarten ist somit denkbar einfach. Man spart sich hierbei die vielen Karten und die dazugehörigen PINs. Derzeit ist dieses Verfahren allerdings in Deutschland noch ohne Erfolg. 

Abo-Commerce 

Eine Anmeldung in einem Online-Shop ist die Voraussetzung für Abo-Commerce. Die Nutzer werden auf Grundlage von einem Test in verschiedene Kategorien eingeteilt. Derzeit sind dies überwiegend weibliche Nutzer. Nach Kauf eines Produktes, wie zum Beispiel Babywindeln, wird ein bestimmter monatlicher Betrag vom Konto abgezogen. Dies klingt in erster Linie nicht sehr reizvoll, doch sollte man hierbei die Vorteile, wie zum Beispiel regelmäßig gebrauchte Artikel nach Hause geliefert zu bekommen oder Preisnachlässe, in Betracht ziehen.

Mit Hinblick auf diese Veränderungen in der Bezahllandschaft werden Unternehmen und Verbraucher an PayPal nicht vorüber gehen (können). Derzeit noch unzureichend genutzte Alternativen werden von der PayPal-Dominanz in Ihrer Verbreitung eingeschränkt. Somit leidet der Markt inklusive seiner Verbraucher. Der Monopolist kann die Preise für die Transaktionen festlegen und an die Kunden weitergeben. Ein "gesunder" Markt sieht anders aus. Zur Erinnerung: PayPal bedeuted wortwörtlich übersetzt Bezahlfreund. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde!

1 Kommentar:

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